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Caritas

Von den Jüngsten auf die Ältesten übertragen
Caritas eröffnete im ehemaligen Schulgebäude in Guttenbach die größte Tagespflege in Baden-Württemberg
Guttenbach.(bx) „Unser Nächster“ ist nicht nur ein im Christentum verwurzelter, abstrakter Begriff, sondern wird durch eigenes Tun mit Leben gefüllt, hielt Pfarrer Werner Bier, Vorsitzender des Caritasverbandes, nach seiner Begrüßung in dem neue gestalteten Gebäude der Tagespflege St. Elisabeth fest. Dabei dankte er all denen, die es durch tätige Mithilfe und finanzielle Zuwendung erst ermöglicht hatten, aus dem ehemaligen Schulgebäude eine karitative Einrichtung zu machen. Anschließend ging Bier mit der Pflegedienstleiterin Helga Holderbach durch die einzelnen Räume, um diese zu segnen.
Als Geschäftsführer des Caritasverbandes Neckar-Odenwald-Kreis ging Meinrad Edinger darauf ein, wie die neue Tagespflegeeinrichtung entstehen konnte. Ausgehend von einem Gespräch mit Bürgermeister Norman Link, das er auf der Suche nach einer Baufläche für die Tagespflege führte, stellte sich heraus, dass die Gemeinde auf der Suche nach einer sinnvollen Weiterverwendung für die Schulgebäude in Guttenbach war. Schnell wurde klar, dass hier eine für beide Seiten ideale Lösung möglich sei und die beiden machten sich daran, die entsprechenden Verwaltungsschritte in die Wege zu leiten.
Im Januar 2018 wurde ein Kaufvertrag abgeschlossen und die Planungen begannen. Binnen vier Monaten wollte man mit den Baumaßnahmen fertig sein. Und obwohl erfahrene Planer diesen Zeithorizont als realitätsfern bezeichneten, gelang das Wagnis. Alle Beteiligten zogen am selben Strang, 1,1 Millionen Euro wurden eingesetzt und ortsnahe Firmen erhielten die Zuschläge für die Arbeiten.
Edinger bedankte sich bei allen Beteiligten, wobei er neben den ausführenden Firmen auch die Verantwortlichen des Caritasverbandes und des Caritasrats Pfarrer Bier, seinen Stellvertreter Bruno Stipp, Margret Thoma, Martin Eberle und Verwaltungsleiterin Cornelia Euler und Bürgermeister Norman Link mit seiner Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat lobend erwähnte. Danach skizzierte er die neue Tagespflege, die mit 700 m² Räumen und 2000 m² Außenfläche die größte in Baden-Württemberg ist, als eine Einrichtung, die pflegende Angehörige entlastet und zusammen mit den etwa 1000 Menschen, die in den Sozialstationen des Landkreises tätig sind, eine gewaltige Pflegeleistung in die Dörfer bringt.
Auch Bürgermeister Norman Link schilderte, welche Probleme zu umschiffen waren, ehe das Pflegezentrum endlich fertiggestellt war. Dabei ging es um eventuell zurückzuzahlende Zuschüsse bei einer Veräußerung, „ergebnisoffene Ausschreibungen“ und eine Bebauungsplanänderung, welche die Verwendung als „Anlage für soziale Zwecke“ festschrieb. Aber auch die emotionale Verbindung zahlreicher Einwohner zu „ihrer Schule“ musste berücksichtigt werden. Letztendlich sei es aber gelungen, all die Überlegungen in eine Lösung überzuleiten, die es ermöglichte, in einer Art „Generationenvertrag“ die Baulichkeit von der jüngeren Generation auf die Ältesten zu übertragen. Der Bürgermeister dankte all denen, die zum Gelingen der Entstehung der Tagespflege St. Elisabeth beigetragen haben und wünschte besonders der Pflegedienstleitung Helga Holderbach und ihrem Team das Allerbeste.
Im Namen des Landrats Dr. Achim Brötel überbrachte der stellvertretende Sozialdezernent des Neckar-Odenwald-Kreises, Peter Roos, Glückwünsche und stellte die Notwendigkeit einer derartigen Einrichtung heraus. So zeige sich in der demoskopischen Entwicklung ein starker Anstieg der Senioren, die besonders im Tagespflegebereich räumlich relativ leicht erreichbare Einrichtungen benötigten. Auch müssten die pflegenden Angehörigen eine Entlastung erfahren. Dabei es es in qualitätsvoll gestalteten Stationen möglich, älteren Menschen, trotz mancher Einschränkungen ein schönes und abwechslungsreiches Alter zu eröffnen. Roos dankte allen an diesem Unterfangen beteiligten Personen und wünschte der Tagespflegestätte das Allerbeste. Zum Abschluss der Feierstunde hatten die Kinder der Grundschule Neckargerach unter der Leitung von Susanne Schneider ein buntes Musikprogramm zusammengestellt, mit dem sie die Gäste zu einem abschließenden Imbiss geleiteten.